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Ein lebenslustiger Abt und hungernde Mönche PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 30. Januar 2009 um 09:25 Uhr

30.01.2009 - www.volksfreund.de

Ehemalige Eisenhütte Weilerbach im Fokus des Kulturprojekts „Doppeladler“
Anhand von Schloss und Eisenhütte Weilerbach wird das Verbindende in der deutsch-luxemburgischen Grenzregion deutlich. In den goldenen Jahren unter österreichischer Herrschaft von der Abtei Echternach erbaut, führt sie heute wieder Interessierte in der Nachfolge Abt Limpachs zusammen.

Von unserer Mitarbeiterin Kathrin Hofmeister

Weilerbach. Jeder, der noch ein schmiedeeisernes Waffel- oder Bügeleisen aus der „guten alten Zeit“ zu Hause stehen hat, hält mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Stück „Doppeladler-Geschichte“ in den Händen. Gusseisernes wurde in Weilerbach hergestellt, das für seine Öfen und Takenplatten bis zur Schließung 1958 bekannt war. Die Eisenhütte entstand in „de gele Jorn“, den „Goldenen Jahren“ wie es in Südeifel und Luxemburg heißt, als die Gegend unter österreichischer Herrschaft (1714 bis 1794) eine Blütezeit erlebte. Verantwortlich für den Bau von Schmelze, Pochwerk, Groß- und drei Kleinhammerwerken, Schneidewerk, Gießerei und Sägemühle war der letzte Echternacher Abt Emmanuel Limpach.

Vor 18 Jahren erwarb der Eifelkreis die Anlage


Der vorhergehende Abt Hormann hatte die technische Begabung seines Neffen früh erkannt und ihn als „Direktor der Eisenhütte zu Bollendorf“ auf Altschmiede eingesetzt. Als die 1762 von der Abtei erworbene Altschmiede keine Vergrößerung mehr zuließ, machte sich der neue Abt Limpach für einen Standort im Tal des Weilerbachs oberhalb seiner Mündung in die Sauer stark.
Das Industrie-Ensemble, von dem die heutigen Hüttenruinen zeugen, krönte er 1780 mit seinem Verwaltungssitz und Sommerhaus
Schloss Weilerbach.

„Der Abt war von seiner Errungenschaft offenbar so begeistert, dass er andere Pflichten vernachlässigte“, berichtet Michael Weidert vom Redaktionsteam der Doppeladler-Publikation, die in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung entsteht. So soll er die Tafelkost der Mönche geschmälert haben, um die Kosten zu decken.
Da geht es den heutigen Nutznießern der Anlage schon besser, auch wenn die Frage nach den Unterhaltskosten aktuell bleibt. Vor 18 Jahren erwarb der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit Hilfe von Landesmitteln die Anlage. Ein Jahr später gründeten Bürger links und rechts der Sauer einen Verein zur Förderung von Bildung, Kunst, Kultur und Denkmalschutz im Grenzraum Bitburg-Luxemburg. Lädt
die Schloss-Weilerbach-Gesellschaft heute zu kulturellen Veranstaltungen, knüpft das an Abt Limpachs Feste an – auch wenn sie nicht ganz so rauschend ausfallen: „Nach Beendigung der Feste fuhr Abt Limpach mit seine Gästen abends auf Kähnen mit Fackelbeleuchtung bei Musik sauerabwärts bis Echternach“, erzählt Paul Colljung.
Das Treiben des lebenslustigen Industriellen im Abtgewand hat der Bollendorfer nicht nur aus Interesse erforscht, sondern ist fürs Fernsehen auf Schloss Weilerbach schon in seine Haut geschlüpft. Das ist ganz im Sinne der Initiatoren des Kulturwegs Doppeladler“, der die gemeinsame Identität der Grenzregion zutage fördern will. „Die eigene Identität verpflichtet uns in einem grenzenlosen aber multikulturellen Europa dazu, uns selbst darzustellen, um nicht von benachbarten Großkulturen überschattet zu
werden“, sagt Georges Calteux vom Autorenteam für die Luxemburger.
Es ist ein Aufruf an die Bevölkerung, in ihren Erinnerungen zu stöbern. Was ist aus den „goldenen Jahren“ unter dem Doppeladler bis in die heutige Zeit geblieben?

Anlaufstelle für mündliche und schriftliche Beiträge ist Marc Bonny, Telefon ++49 (0) 6525/79117, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , in der Verbandsgemeindeverwaltung Irrel. Info: www.doppeladler.eu (utz/bre)

Der Kulturweg „Doppeladler“
Auf einer Distanz von 90 Kilometern verbindet der grenzüberschreitende Kulturweg „Doppeladler“ Schlösser, Herren- und Bauernhäuser auf deutscher und luxemburgischer Seite. An ihrer Architektur ist die gemeinsame Identität der Region erfahrbar.
Ermöglicht wurde das durch die von der Echternacher Abtei geprägte Blütezeit durch eine ungewöhnlich lange Friedensperiode. Von 1714 bis 1794 stand das Herzogtum Luxemburg, zu dem auch die heutige Südeifel gehörte, unter österreichischer Herrschaft. Das Haus Habsburg ließ die Abtei Echternach neu erbauen.
(kf)



Anlagen:
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Kommentare (1)
Abtei Echternach baute Abtei auf, nicht das Haus Habsburg!
1 Montag, den 09. Februar 2009 um 21:50 Uhr
Paul Colljung aus Bollendorf gab uns per Fax zum letzten Satz des Artikels "Ein lebenslustiger Abt und hungernde Mönche ...", folgende "Richtigstellung":

Abtei Echternach baute Abtei auf, nicht das Haus Habsburg!

Längst war die Abtei Echternach ausgestattet mit den Privilegien einer „Freien Reichsabtei“, die immer nur drei Herren anerkennt: GOTT-PAPST-KAISER

Die Habsburger, vertreten durch Kommissare in Luxemburg, in den sogenannten österreichischen Niederlanden Luxemburger Quartier, förderten die Reichsabtei, schützten ihre Liegenschaften mit dem Grenzstein „anno 1771 Maria-Theresien-Stein“ sowie „Pfaffenköpfen AE“

Bei einer Inventur in der Abtei durch Österreichische konnten die Mönche Schouppe, Binsfeld, Ehringer und Kees über 10.000 Reichstaler vor ihren Augen verbergen.
Kurze Zeit später fasste Mathias Hartz den Entschluss, die Abtei mit einer großzügigen Baumaßname in eine repräsentative, würdige Bausubstanz umzugestalten. Mathias Hartz war wie beide Eltern einer der wenigen Äbte von Geburt aus Echternacher.
Als Planer erwählte er den Konfrater Leopold Durant, Benediktinerarchitekt aus St. Avold, der sich italienischem und dem Baustil süddeutscher Meister anpasste.
Mit seinem Hilfsarchitekten Tyri ließ er seinen Plan vorlegen. Grundsteinlegung in der Abtei war am 14. März 1727.

Schon kurze Zeit später verstarb Mathias Hartz altersschwach. Der neu gewählte Abt Gregorius Schouppe ließ die Arbeiten fortführen.
Die Österreicher entsendeten Bauarbeiter, Österreicher und sogar Bayern nach Echternach, auch gute Steinmetze. Die Männer arbeiteten tüchtig, vertranken ihren Lohn meist schon am Sonntag in zwei Klosterschänken, so dass der ausgezahlte Lohn somit wieder zurückfloss.

Gregorius Schouppe baute auch Burg Bollendorf um Anno 1739. Der ihm folgende Abt Hormann erbaute später den Burgpavillon im Bollendorfer Burggarten.

Als große Erbaueräbte in Echternach gelten Mathias Hartz, Gregorius Schouppe, Abt Hormann und später Emmanuel Limpach in Weilerbach, den Paul Mungenast (ursprünlich Munkenast) zum Baumeister der Abtei machte.

Paul Colljung

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