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Freitag, den 02. Oktober 2009 um 19:53 Uhr

Das Symbol des Doppeladlers in der Region und Geschichte

Der Adler wurde in der Geschichte gerne als Wappentier verwendet, da dieser Intelligenz und Schlauheit verkörpert. Das Symbol des Adlers hat in der heutigen Grenzregion eine Historie, die sogar auf die Zeit vor der Österreichischen Herrschaft zurückgeht. Im 14. Jahrhundert hat Johannes Zeck, aus Irrel stammend und in Echternach als Schöffe tätig, bereits einen Adler in seinem Siegelring getragen. Zur selben Zeit kommt der Doppeladler aber auch schon im Wappen der Abtei Echternach vor. 1512 wird die Abtei Echternach durch Kaiser Maximilian I reichsunmittelbar und das Wappen mit Doppeladler wird bestätigt. Das Herzogtum kam 1714 unter das Haus der Habsburger, die bereits das Symbol des Doppeladlers in ihrem Wappen trugen. Weitere Spuren des Symbols des Doppeladlers finden sich im 18. Jahrhundert, also unter österreichischer Herrschaft. Die Haltestellen der Postkutschen trugen das Wappen des Doppeladlers (z.B. in Remich noch vorhanden). Ebenso finden sich Grenzsteine mit dem Emblem des Doppeladlers, wie beispielsweise der Maria-Theresia-Stein bei Bollendorf.

Die bedeutendsten Herrscher unter dem Doppeladler waren:
  • Kaiser Karl IV (1714-1740)
  • Kaiserin Maria-Theresia (1740 1780)
  • Kaiser Josef II (1780 bis Ende der österreichischen Herrschaft 1794, als die französischen Revolutionstruppen in das Gebiet einrückten)
  • Nach dem Wiener Kongress fiel die Südeifel an Preußen und Luxemburg an Holland.

Österreichische Herrschaft 1714 – 1795 (81 Jahre) – „Das goldene Zeitalter Luxemburgs“

1714 – 1740 Karl VI.

1715 (7. Januar)

Österreich ergreift Besitz von Land und Festung Luxemburgs, nachdem Maximilian-Emmanuel wieder in seine deutschen Erbstaaten eingesetzt worden war; zwischen dem 11. April 1713 und dem 7. Januar 1715 war die Festung wieder einer holländischen Garnison anvertraut.

1716

Pfarrer Ant. Feller †. Er entstammt der hierlands bedeutsamen Familie Feller aus Simmern. Von ihm ist ein „Journal“ erhalten, in dem er alle wichtigen Tagesbegebenheiten aufzeichnete. Er vermachte der Pfarrei St. Nikolaus das heutige Pfarrhaus von Luxemburg. Er ist der Onkel von Pfarrer Paul Feller.

1716 (1. August)

Joh. Friedr., Graf von Elter, Herr von Mersch etc. Statthalter von Luxemburg †. Er war der letzte männliche Spross dieser berühmten Luxemburger Familie. Die Marmorplatte von seinem Grabmal in der Franziskanerkirche in Luxemburg wurde vor Jahren im Garten des Redemptoristenklosters in Luxemburg wieder gefunden. Seine Dekoration des goldenen Vließes erhielt das Gnadenbild der Trösterin des Betrübten.

1720

In der Zeit von etwa 1720 – 1795 entstand das gewaltige Minennetz in den Luxemburger Festungswerken. Das Ganze ist nicht planlos, bald hier, bald dort angelegt, sondern nach einem wohl durcharbeiteten Projekt, als dessen Vater man wohl den General de Beauffé ansprechen kann. Im Jahre 1795 war das Minennetz, dessen Gesamtlänge man auf 20 km, vielleicht noch mehr abschätzen kann, noch nicht vollendet (was aus Papieren im Wiener Kriegsarchiv hervorgeht). Für diese großartigen und kostspieligen Minenarbeiten wurden, mit wenigen Unterbrechungen während der Schlesischen Kriege, jährlich bedeutende Summen vom Hof – Kriegs – Rat (H. K. R.) bewilligt. (J P. Koltz.)

1722 (1. April)

Einrichtung eines regelmäßigen Postkutschendienstes zwischen Brüssel und Luxemburg. Reisezeit : vom 1. April bis 1. Oktober: 4 Tage, vom 1. Oktober bis 1. April: 6 Tage, Fahrpreis 10 – 12 florins

Eine Kunststraße Brüssel – Namür – Luxemburg und Luxemburg – Trier wird gebaut.

1723 (Februar)

Graf von Daun, aus einer bekannten luxemburgischen Eifelfamilie, ersetzt den berühmten Prinzen Eugen als Statthalter der österreichischen Niederlande. Fort Daun wurde nach ihm benannt. Das Réduit Daun (erbaut 1765) war dem Réduit Louvigny vorgelagert. Es wurde 1836 geschleift, weil es die anliegenden Forts in ihrer Schusslinie hinderte.

1723 (9. November)

Die Luxemburgischen Stände genehmigen die Pragmatische Sanktion (1713) Karls VI. zugunsten Maria-Theresias.

1727 (12. März)

Durch testamentarische Verfügung gründet der Geistliche Jakob Stas in Luxemburg – Grund das erste Waisenhaus. 28 Jahre später wird es staatlich anerkannt.

1727

Abt Mathias Harzt lässt die alten Abteigebäude von Echternach abbrechen und einen stattlichen Neubau errichten, zu dem der Benediktiner Leopold Durand aus der Abtei St. Avold in Lothringen die Pläne liefert. Den Antrieb zum Neubau scheint der damalige Prior Greg. Schouppe gegeben zu haben, der 16 Jahre später als Abt von Echternach den Bau vollendete.

1727 (29. Mai)

Graf Wallis wird Gouverneur von Luxemburg. Er war ein Schüler von Prinz Eugen. Klein – Wallis (1731) und Enveloppe Groß-Wallis (1729) wurden nach ihm benannt; ein Platz in der Nähe dieser Anlagen trägt noch heute seinen Namen.

1728 (13. September)

Barthélémy Namur, der größte Luxb. Bildhauer seiner Zeit, der in vielen Kirchen und Schlössern Luxemburgs Meisterwerke hinterlassen hat, in Luxemburg geb.

1729 (19. März)

Johann von Nepomuk, den der Herzog Wenzel von Luxemburg in die Moldau werfen ließ, wird vom Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen. Schon vor seiner Heiligsprechung wurde der Märtyrer in Luxemburg verehrt. Im Luxemburger Land gibt es viele Statuen des Heiligen, unter andern eine in der Kapelle auf dem Wege von Grund nach Fetschenhof (Kuhberg); eine andere steht auf der Ourbrücke in Vianden.

1730

Karl VI. unternimmt große Arbeiten am mittleren und äußeren Festungsgürtel von Luxemburg. Seine Ingenieure halten sich in der Hauptsache an Vaubans Pläne. Die Arbeiten ziehen sich bis in die Zeit Maria Theresias hin.

Der „Rote Brunnen“ wird ausgebaut. Auf dem Komplex der Forts Charles (1730) und Berlaimont (1683) steht jetzt die Stiftung Pescatore, an der Stelle des Fort Rheinsheim das Konvikt. Der rote Brunnen (64,50 m tief) war im Besitz der Besatzung. Zwei Soldaten mussten 10 Minuten lang drehen, um zwei Eimer zu heben, von denen jeder 108 Liter Wasser enthielt.

Diese rege Bautätigkeit lockte, wie zu Vaubans Zeit, viele Steinmetzen nach Luxemburg; sie stammten in der Mehrzahl aus Tirol. Die bekanntesten aus Tirol eingewanderten Familien sind Lessel in Grevenmacher, Salner in Vianden, Tschiderer in Diekirch, Mungenast in Echternach, Schlottert in Wiltz und Reinert in der Felser Gegend. Nach einer Familientradition wanderte ein Spross dieser Reinertfamilie nach Indien aus, heiratete dort eine indische Prinzessin, bekämpfte die Engländer unter Clive mit Erfolg und wurde in Agra (Indien) beigesetzt.

1730 (7. Mai)

Einzug des Grafen Neipperg in Luxemburg als provisorischer Gouverneur. An der Stelle des 1730 erbauten Fort Neipperg erhebt sich heute das bakteriologische Laboratorium. (Ein Graf Neipperg heiratete die Witwe Napoleons I., Maria Louise.) In den Archiven des H. K. R. von Wien findet sich die Schreibweise Neuperg (Neyperg), woran die Neypergstraße erinnert.

1735

Erbauung der steinernen Schlossbrücke zu Luxemburg

1735 (18. August)

F. X. de Feller, einer der größten Journalisten seiner Zeit, geboren zu Brüssel, wo sein Vater, Dominik Feller, Schlossherr von Autel (Elter), als Sekretär des großen Rates von Brabant tätig war. Seine Mutter hieß Maria Catharina Gerber. Mit 19 Jahren trat er zu Tournai bei den Jesuiten ein.

1736

Erlass eines Reglementes für die Maréchaussée (Gendarmerie), das gestattet, den fremden Bettlern, Zigeunern und Vagabunden einen fingerbreiten Lappen vom Ohr abzuschneiden.

1737 (22. Juni)

Grundsteinlegung der neuen Dreifaltigkeitskirche der „chanoinesses régulières de St. Augustin de la Congrégation de Notre-Dame“ (Kongregationskirche). Ein Gang über der Straße verband die Kirche mit dem Kloster. Sie wurde von dem Trierer Weihbischof konsekriert. Zur franz. Zeit wurde sie von der Militärverwaltung beschlagnahmt. 1818 wurde sie zur protestantischen Garnisonskirche und ist noch heute ein protestantischer Tempel.

1738

Die Familien Tornaco aus Sassenheim, Loutsch aus Arsdorf und J. Ignaz Feltz werden vom Kaiser Karl VI. in den Adelsstand erhoben. Der letzte der de Loutsch von Arsdorf fiel 1904 bei dem Hereroaufstand in Deutsch-Südwestafrika. Baron Lud. Joh. von Feltz, Sohn von J. Ign. Feltz wurde 1782 auf Limpertsberg in einem Duell durch einen Offizier des Regimentes von Kaunitz, das damals in der Festung lag, getötet.

1739 (9. März)

Historiker Schannat aus Luxemburg † in Heidelberg (56 Jahre alt). Er war von Beruf Advokat am großen Rat von Mecheln. Er lebte indes trotz vieler Entbehrungen seinen geschichtlichen Forschungen in Lüttich, Paris, Nürnberg, Würzburg, Fulda, Worms, Rom und Prag. Hauptwerke: Histoire du comte de Mansfeld; Historia Fuldensis, Eiflia Illustrata, Historia episcop. Wormatiensis, Histoire abrégée de la maison palatine.

1740

Karl VI. †. Er hatte seine Tochter Maria Theresia zu Nachfolgerin auf dem Thron bestimmt.

 

1740 – 1780 Maria Theresia

1740 - 1748

Der österreichische Erbfolgekrieg. Für Österreich bedeutet er den Anfang des Niedergangs.

1741

Malerbruder Abraham von Orval, mit seinem Familiennamen Gilson geheißen, in Habay-la-Vieille geboren. Als Laienbruder trat er in die damals berühmte Kloster – Kunstschule der Abtei Orval ein. Wegen seiner großen Begabung ließ der Abt ihn die Akademien von Brüssel, Antwerpen, Paris und Düsseldorf besuchen und ihn in Italien zum Maler ausbilden. Von Orval drang sein Ruf bis an den Pariser Hof, wo er den Auftrag erhielt, die Porträte Ludwigs XVI. und Maria Antoinettes zu malen. Die Kirchenmalerei war indes seine Spezialität. Sein Meisterwerk war die Ausschmückung der Orvaler Abteikirche. † 1808 in Florenville.

1741

Jean Bertholet S. J. aus Vielsalm veröffentlicht im Auftrag der Provinzstände seine „Histoire ecclésiastique et civile du duché de Luxembourg et comté de Chiny“. 8. Bd. (bei A. Chevalier).

1742 (10. April)

Unter der österreichischen Herrschaft, besonders seit Karl VI. durch eine Ordonnanz obigen Datums dem Adel gestattet hatte, Industrie und Handel zu treiben, ohne die Adelsprivilegien zu verlieren, nahm die Eisenindustrie einen so großen Aufschwung, dass die Regierung den Holzbestand der Wälder gegen Raubbau schützen musste.

1744 (Oktober)

Im Bock werden große Arbeiten begonnen, unter anderem wird die Kasematte gebaut, die dem Marschall Bender 1795 Schutz bot. Die Kasematten wurden aus der Felsenmasse gehauen und entwickelten sich zu einer gewaltigen Anlage von 133 m Länge und 20 m Breite. Als 1781 Kaiser Josef den Bock besichtigte, soll er gesagt haben: „So ist er doch aus Stein, glaubte ich doch, er sei aus Gold!“

1745

Franz I., Gemahl Maria Theresias, zum Kaiser gekrönt, regiert bis 1765.

Maria Theresia hatte sich 1736 mit Herzog Franz von Lothringen vermählt und ihm 16 Kinder geboren. Darunter: Josef (1741 – 1790) der nachmalige Kaiser; Karoline (1752 – 1814) vermählt mit König Ferdinand von Neapel und Marie – Antoinette (1755 – 1793) von 1774 an Gattin Ludwigs XVI., König von Frankreich.

1745 (4. Juni)

Militärgouverneur von Thüngen †. Nach ihm ist das Fort Drei Eicheln = Réduit Thüngen, erbaut 1732, benannt.

1745 (7. Juli)

Verbot Maria Theresias, die Postkuriere und Postwagenführer in der Ausübung ihres Amtes zu hindern, selbst wenn sie aus feindlichen Ländern kämen. Die von fast allen Herrschern anerkannte Neutralität der Post trug zur Ausdehnung und Benutzung dieser Einrichtung bei.

1748 (6. September)

Erlass eines Reglementes des Magistrats der Stadt Luxemburg, demzufolge ein zu Fuß in die Stadt einziehender Jude 2 ½, ein solcher zu Pferd 4 Sols bezahlen muss.

1749 (5. Juli)

Verbot, in einer Entfernung von weniger als 300 Toises (etwa 584 m) vor den Festungswällen Luxemburgs Gebäude zu errichten.

1750

Aus dieser Zeit stammt das Manuskript von P. Tellot: Mémoire pour servir à l´histoire civile et ecclésiastique de la province de Luxembourg.

1751

An der Stelle eines früheren Refugiums, zu dem noch einige anliegende Häuser erkauft worden sind, wird ein neues Refugium der Abtei St. Maximin von Trier errichtet, das jetzige Regierungsgebäude. Unternehmer war ein Luxemburger, Hendel, ein Nachkomme eines unter Vauban eingewanderten Tirolers. In der sog. Gloriette, dem Sommerhaus, befand sich ein großes Deckengemälde des Luxbg. Malers J. G. Weiser, Bildhauer war B. Namür.

1751 (19. Juli)

Abt Gregorius Schouppe von Echternach, gen. der Erbauer, †. Er erbaute in Luxemburg ein Refugium des Echternacher Kloster. Es steht gegenüber dem großherzoglichen Palais. In Echternach machte er seine Residenz zu dem „Luxemburger Versailles“.

1752 (20. Mai)

Maria Theresia befiehlt, dass das ordentliche „Jahrgeding“ zweimal jährlich in allen Herrschaften und Probsteien gehalten werde. Zu Echternach wurde es unter dem „Denzelt“ (Dingstuhl) abgehalten.

1752 (10. Juni)

Eine königliche Ordonnanz untersagt allen Untertanen, besonders den Geistlichen, die Ausübung der Jagd. Ausgenommen werden der Gouverneur, die Hoch-, Mittel- und Grundgerichtsherren in ihren Herrschaften und die Pröbste in ihren Vogteien.

1753 (6. Mai)

Großfeuer in Diekirch. Kirche und Pfarrhaus werden eingeäschert.

1753 (13. Oktober)

Der Provinzialrat dekretiert den Schulzwang der Kinder unter Strafandrohung für die Eltern.

1754 (6. April)

Maria Theresia ersucht die Militärverwaltungen, die Kleiderstoffe für das Militär im Lande zu kaufen. Die Tuchweber von Clerf, Esch-Sauer, Fels und Wiltz finden so regelmäßigen Absatz ihrer Produkte. 1758 wird eine Tuchmacherbruderschaft in Wiltz gegründet.

1755 (28. August)

Gründung der Berburger Schmelz.

1755

Peter Jos. Boch gründet mit seinen zwei älteren Brüdern Dom. und Joh. Franz zu Siebenbrunnen bei Luxemburg eine Steingutfabrik (Fayencerie). Diese Gründung entwickelte sich im 19. Jahrhundert unter der Firma Villeroy und Boch zu einem bedeutenden keramischen Unternehmen

1756 - 1763

Der siebenjährige Krieg

1756 (3. Juni)

Ordonnanz Maria Theresias über die Reorganisation der Justiz und die Abschaffung der der Privilegien.

1760 (3. Februar)

P. – A. – C. Merjai, einziger Sohn von Fr. – X. Merjai, Advokat, in Luxemburg geboren. Er studierte die Rechte in Löwen, übte aber, wie Schannat, keine Praxis aus und widmete sich ganz dem Studium der Geschichte und großen Reisen. Für die Übergangszeit vom alten auf das neue Regim ist sein Werk von unersetzlichem Wert. (1822 † in Luxemburg). Sein Hauptwerk heißt: Voyages curieux et utiles.

1762 (29. Oktober)

Willibrord Scheffer aus Luxemburg, Abt zu St. Maximin bei Trier †. Er ist der Erbauer des Maximiner Refugiums, des heutigen Regierungsgebäudes.

1762

J. N. von Hontheim, Weihbischof von Trier, gibt unter dem Pseudonym Justinus Febronius das Werk „De statu ecclesiae et legitima potestate Romani Pontificis“ heraus, das für die Kirchen- und Weltgeschichte bedeutsam wurde. Er begründete den „Febronianismus“, die katholische „Aufklärung“ und entwickelte aus der Schrift seines engeren Landsmannes Cusanus „De concordantia ecclesiae“ dem Gallikanismus und dem Jansenismus verwandte Ideen, die dem Josephinismus den Weg bereiteten. Eine besondere Vorliebe verband von Hontheim mit Luxemburg. Die Familie seiner Mutter A. M. d`Anethan war in Luxemburg ansässig. Die Herrschaft Montquintin (Virton) wurde der Lieblingssitz seines Alters. Auf Schloss Montquintin schied er aus dem Leben.

1763

Friede von Hubertusberg. Preußen wird eine Großmacht. Den Preußen zugestandenen Besitz von Schlesien suchte Maria – Theresia durch die Entwicklung des Banats (zwischen Donau, Theiß und Marosch) zu ersetzen.

1764

Maria Theresia erlässt durch die Presse Aufrufe über die Auswanderung nach den östlichen Gebieten (Banat und Siebenbürgen). Aus dem Luxbg. zogen so viele entmutigte Bauern dorthin, dass die Behörden vor Unüberlegtheit warnen mussten. Die Nachkommen jener Bauern zählen heute zu den reichsten Grundbesitzern dieser Gegenden.

1765

J. B. de Lannoy von Clerf beansprucht den Zehnten von den Topinamburn oder Grundbirnen (Gromperen). Die Kartoffeln waren im Gutland schon unter Karl VI. eingeführt worden. Vor ihrem Aufkommen waren die Bohnen die Hauptkost. Neuerburg war wegen seiner Bohnenkultur bekannt. Dort gab es: „Morgens Zopp, Boonen drop; Mettes Brach, Boonen nach; owens Brei, Bonnen derbei“.

1765

Kaiser Franz I., Gemahl Maria Theresias, †. Nach seinem Tode ernannte sie ihren Sohn Josef II. zum Mitregenten.

1766

Anlegung des Katasters in Luxemburg.

1766 (8. März)

Der Viandener Trinitarierpater Mamer kehrt mit 90 losgekauften katholischen Sklaven aus Marokko nach der Heimat zurück. Ein Freudenfest wird gefeiert.

1766

Lothringen kommt nach Stan. Leczinskis Tode an Frankreich.

1768

Erbauung der ersten Dampfmaschine mit Kondensator durch James Watt. (1736 – 1819)

1768

In Fischbach gründet Baron Cassal einen Hochofen. Das Gusseisen von Fischbach wurde lange Zeit nach Dommeldingen transportiert, wo es zu Eisen verarbeitet wurde. In der Nähe der Straßenkreuzung Fels – Fischbach, dicht an der Weißen Ernz und einer am Waldesrand sich erhebenden Schlakenhalde, steht ein 1812 erbauter Hochofen, der einzige, der uns aus dieser Zeit erhalten ist (S. Jos. Wagner: La Sidérurgie lux. p. 162)

1769 (16. Mai)

Versailler Vertrag: Grenzregelung zwischen Frankreich und den österreichischen Niederlanden. Maria Theresia wollte dadurch den Franzosen jeden Vorwand nehmen, in Zukunft wegen Grenzstreitigkeiten ins Herzogtum einzufallen. Die Grenzen wurden damals so bestimmt, wie sie es heute noch sind. Der Vertrag wurde in Schloss Berg bei Remich von den Bevollmächtigten der Kaiserin und des franz. Königs aufgesetzt.

1769 (15. August)

Napoleon Bonaparte in Ajaccio auf Korsika geboren

1769

Fr.-X. de Feller S. J. (1735 – 1802) macht auf einer Reise durch Siebenbürgen die Beobachtung, dass die „Sachsen in Bistriz deutsch sprechen und dass ihre eigentliche Sprache das Deutsche des Herzogtums Luxemburgs ist“.

1770 (16. Mai)

Der Dauphin und spätere König Ludwig XVI. heiratet in Versailles Marie – Antoinette, die jüngste Tochter Maria-Theresias, geb. 1755 in Wien.

1772 (24. August)

Wilhelm I., König der Niederlande, im Haag geboren; stammte in indirekter Linie von dem großen Schweiger ab. 1791 heiratete er eine preußische Prinzessin.

1773 (21. Juli)

Aufhebung des Jesuitenordens durch Papst Clemens XIV.

1774

F.-X. de Feller S. J. gibt in Luxemburg die Halbmonatsschrift „Journal historique et littéraire“ heraus. Seit 1760 war er Mitarbeiter der in Luxemburg erscheinenden Monatsschrift „La Clef du Cabinet des Princes de l`Europe“. Nach Aufhebung des Jesuitenordens geht die Redaktion dieses Blattes in seine Hände über, worauf er den Titel der Publikation ändert und sie bis 1794 beinahe allein herausgibt.

1774

Auf Betreiben von Paul Feller, seit 1743 Pfarrer von St. Nikolaus, schenkt Maria-Theresia der Stadt Luxemburg die Jesuitenkirche, die zur neuen Pfarrkirche erhoben wird und St. Nikolaus-, auch Maria-Theresienkirche genannt wird. Die 1120 erbaute, baufällig gewordenen Nikolauskirche, wird abgetragen. Der Kirchhof, der sie umgab, wurde auf den Limpertsberg verlegt. Er heißt noch heute „Nikloskirfeg“. Aus dem Jesuitenkolleg wurde ein städtisches Kolleg, das sich mit Weltgeistlichen als Lehrern bis zur Revolution hielt.

1774 (6. Dezember)

Maria-Theresia genehmigt das durch den Geistlichen Felbiger ausgearbeitete allgemeine Schulreglement, das die Gründung von Normal- und Musterschulen, sowie die Errichtung von Provinzialschulkommissionen vorsieht.

1775

Abbé de l`Epée (1712 -1789) gründet in Paris eine Taubstummenanstalt.

1776

Weimerskirch wird wieder als selbständige Pfarrei errichtet.

1776

In der amerikanischen Unabhängigkeitsproklamation werden zuerst die Menschenrechte verkündet, die in der franz. Verfassung von 1791 als Grundrechte der Menschen festgelegt werden. (Persönliche Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz, Eigentum, Sicherheit und Recht des Widerstandes gegen willkürliche Bedrückung.)

1776 (28. August)

Patent der ersten Freimaurer-Loge in Luxemburg, gegründet unter dem Namen „Parfaite Union“ durch die „Englische Provinzial-Großloge für die Österreichischen Niederlande“ von Mons. Die Loge hatte ihren Sitz im Hause Custine de Wiltz (spätere Mädchennormalschule in der Heiliggeiststraße).

1777

Der Erzbischof von Trier beantragt die Beseitigung der Echternacher Springprozession.

1778 (1. Januar)

Abschaffung der Tortur durch Maria Theresia

1780 (29. November)

Maria Theresia im Alter von 63 Jahren

 

1780 – 1790 Josef II. Sohn Maria Theresias, Mitregent seit 1765

1781

Kaiser Josef II. verbietet den Bischöfen, Hirtenbriefe zu erlassen, ohne die vorher eingeholte Erlaubnis der weltlichen Autorität. Er erlässt sein berühmtes Toleranzedikt.

1781 (31. Mai – 4. Juni)

Während seines Aufenthaltes in Luxemburg wohnte Kaiser Josef II. im Gasthof „Zu den sieben Schwaben“, der heutigen „Börse“. Dort empfing er auch die Vertreter des Provinzialrates. Die fürstlichen Personen stiegen gewöhnlich im Maximiner Refugium ab; Josef II. wollte ein bescheideneres Quartier haben.

1781 (25. Juli)

Öffentliche Versteigerung zu Arlon folgender, Kaiser Josef II. gehörenden Güter: Grundherrschaft Cessingen; die zu Aspelt, Bereldingen, Ehlingen, Fentingen, Filsdorf, Mamer, Mensdorf, Merl, Reckingen und Steinbrücken gelegenen Meierhöfe, sowie Kockelscheuer, mit all ihren Dependenzien.

1782

Anbau des Kirchenschiffes an den früheren Wachtturm in Grevenmacher.

1782 (9. März)

J. Fr. Nikolalus Boch -Buschmann geboren in Rollingergrund. Mit Hilfe seines Sekretärs Gomand und des Mechanikers Michel gründete er in Mettlach die Mosaikplattenfabrik. Er war es, der die Gebeine Johanns d. Bl. von Siebenbrunnen nach Mettlach bringen ließ, wo der Kronprinz von Preußen sie sah und beschloss, ihnen in Kastell ein würdiges Mausoleum zu errichten.

1782 (21. Sept.)

Joseph II. veröffentlicht in den rheinischen Zeitungen seinen Auswanderungserlass. Auch in Luxemburgischen Dörfern und Städten wurde er bekannt gegeben. 56 Luxemburgische Familien lassen sich allein in Rekasch (Banat) bei Temesvar, heute rumänisch, nachweisen. (Jos. Stitzl.)

1782

Aufhebung der Leibeigenschaft durch Joseph II.

1782

Ein Edikt Josefs II. untersagt allen Orden und Gesellschaften in seinen Staaten die Anerkennung irgendwelcher ausländischen Autorität. Gegen die religiösen Orden gerichtet, findet das Edikt auch Anwendung auf die Freimaurer. Daraufhin löste die Niederländische Großloge von Mons ihr Verhältnis zu England und trat mit 21 Tochterlogen – darunter diejenigen von Luxemburg, Marche und Neufchateau und die 3 Militärlogen der Regimenter Würtemberg, Murray und Auxonne – unter die neue „Provinzial - Großloge von Österreich“ mit Sitz in Wien.

1783 (17. März)

Josef II. hebt alle Klöster auf, deren Insassen beschaulich leben, d. h. weder predigen noch Schule halten, noch Kranke pflegen. Hierlands wurden u. a. geschlossen: das Hl. Geistkloster in Luxemburg, das Klarissenkloster in Echternach, das Dominikanerinnenkloster in Mariental, das Augustinerinnenkloster in Hosingen und das Zisterzienserinnenkloster in Differdingen, sowie das Trinitarierkloster in Vianden. In Mariental gab es noch 18 Stiftsdamen und 10 Laienschwestern, nebst einer Novizin. Das Klostergut kam unter den Hammer. Der Hauptaltar und die Orgel von Mariental stehen heute in der Pfarrkirche von Junglinster. Ein Nebenaltar steht in der Kapelle zur „schwarzen Muttergottes“ in St. Johann in Stadtgrund. Die Viandener Trinitarierkirche ist die heutige Pfarrkirche. In Luxemburg blieben weiter bestehen die Kongregation U.L.F. (Ste. Sophie) und das Elisabetherinnenkloster in Stadtgrund.

1783

Versailler Friede. Die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten Nordamerikas (U.S.A.) wird von England anerkannt.

1783

Aufstieg des ersten Luftballons; nach den Erfindern, Joseph und Jacques Montgolfier, Montgolfiere genannt.

1783 (30. Juni)

Nassauischer Familienpakt, welcher das Hausstatut der beiden Häuser Nassau regelt. Als 1890 die jüngere Ottonische Linie im Mannesstamm erlosch, ging die Krone an den Herzog Adolf von Nassau aus der Walramschen Linie über.

1783 (15. Juli)

Das erste von dem Franzosen Jouffroy d´Abbans erfundene Dampfschiff fährt von Lyon die Saône hinauf bis zur Insel Barbe. Es war 130 Fuß lang und 14 breit (43 m. x 4 m. 5). Der Amerikaner Fulton beutete die Erfindung des 1832 gestorbenen Franzosen aus.

1784

In Holland wird die „Gesellschaft für das öffentliche Wohl“ von Jean Nieuvenhuysen gegründet Sie stellte sich zur Aufgabe „die Verbreitung der nützlichen Kenntnisse, die Hebung der Volksmoral, die Herausgabe guter Elementarbücher und die Schaffung von Musterschulen“. Sie regte die holländische Schulgesetzgebung von 1806 an, die der unsrigen als Muster diente.

1784

Das „Journal historique et littéraire“ von F.X. de Feller hat 2500 Abonnenten – eine für jene Zeit bedeutende Zahl – unter ihnen fast alle Fürsten Europas. Der Versand der Zeitschrift erfolgte vom Druckort Luxemburg aus, während de Feller meist in Lüttich lebte.

1784 (26. Juni)

Edikt Josefs II., durch das verboten wurde, die Adligen und Geistlichen in den Kirchen zu bestatten.

1786 (9. Januar)

Ein weiteres Edikt Josefs II. erlaubt in jeder Provinz nur mehr eine einzige Freimaurerloge, die ihren Sitz in der Provinzhauptstadt haben muss, wo auch die oberste Staatsgewalt residiert. Der Provinzial-Großmeister, Marquis de Gages, machte geltend, dass Luxemburg, als Sitz eines Obersten Rates (Conseil Souverain) als Provinzial-Hauptstadt anzusehen sei. So konnte die luxemburgische Loge „Parfait Union“ bestehen bleiben.

1786 (11. Februar)

Josef II. verlegt alle Kirchweihfeste auf den 2. Sonntag nach Ostern. Er verbietet, unter Androhung einer Strafe von 200 Reichstalern, allen Pfarrherrn an einem andern Tag Kirchweih zu feiern. die Kirmes wurde zum „Döppefest“. Wenn Bauersleute sich zum Gang nach der verbotenen Kirmes rüsteten, dann hieß es: „Elo ma mer de Bittgank zum hellege Jo`sep“. – „De gudde Jo`sep“. (Spedener.)

1786 (10. Mai)

Josef II. ordnet die Einschränkung der Prozessionen an.

1786 (15. Mai)

In den Niederlanden beginnt sich Widerstand gegen die österreichische Herrschaft zu zeigen. Josef II. verordnet am 15. Mai 1786 die Auflösung aller Logen in Belgien, mit einziger Ausnahme derjenigen der Hauptstadt Brüssel („Les vrais amis de l`Union“). Die „Parfaite Union“ in Luxemburg musste ihre Arbeiten einstellen.

1786 (16. Oktober)

Anordnung eines Generalseminars in Löwen und eines Filialseminars in Luxemburg.

1786 (3. November)

Gemäß einer Verordnung Josefs II. werden Tribunäle erster Instanz zu Arlon, Bitburg, Diekirch und St. Vith eingerichtet, zwei Appellationshöfe zu Brüssel und zu Luxemburg und ein Kassationshof zu Brüssel. Der Stadtmagistrat von Luxemburg wird angewiesen, dem neuen Gerichtshof die nötigen Säle im Rathause anzuweisen. Lange Jahre befand sich das Friedensgericht im Breitenweg. Eine Inschrift am Hause No. 9 erinnert daran.

1787

J. B. de Terme, geboren zu Soller bei Wiltz. Er verließ als Knabe seine Heimat, um in dem ihm gepriesenen Österreich sein Glück zu suchen. Ein Adliger ließ ihm eine gründliche Bildung angedeihen. Er wurde ein gefeierter Prediger im Stephansdom, wo er die Aufmerksamkeit der Kaiserin Maria Theresia auf sich zog, die ihn adelte. Die Erzherzogin Maria Antoinette mache ihn zu ihrem Beichtvater, und der junge Kaiser Josef pflegte mit ihm über politische und philosophische Fragen zu diskutieren. Er vermachte der Kirche von Soller einen Teil seines ansehnlichen Vermögens.

1787

Eine österreichische, durch das napoleonische Edikt von 1806 bestätigte Verordnung, zwingt den Juden Familiennamen auf. Sie benannten sich nach den Städten: Worms, Lyon; nach dem Pflanzenreich: Rosenstiel; nach dem Tierreich; Katz, Wolf, nach dem Mineralienreich: Sternberg usw.

1787 (15. Juni)

Die Luxbg. Stände erheben Vorstellungen über die Verordnungspläne Josefs II. und berufen sich auf ihre Rechte und Freiheiten, die ihnen seit Wenzel zuerkannt waren.

1788 (26. Januar)

Die Zensur unterdrückt das „Journal etc.“ de Fellers. Es wird von nun an im Ausland gedruckt und zwar in Maestricht; ein Buchhändler von Lüttich besorgt den Vertrieb.

 

Beginn der Französischen Revolution

1789 (14. Juli)

Erstürmung der Pariser Bastille

1789

Viele Emigranten aus französischen Adelsfamilien kommen über Luxemburg nach den Trierer Landen, wo Kurfürst Clemens Wenzelslaus, der Oheim Ludwigs XVI., ihnen freundliche Aufnahme gewährt. Luxemburg bietet nahe an der französischen Grenze bequemen sicheren Aufenthalt unter österreichischem Schutz.

1789 (20. September)

Mathieu Lambert Schrobilgen, in Luxemburg als Sohn eines angesehenen Gastwirtes geboren.

1789 (25. Oktober)

Brabanter Revolution. Niederlage der Österreicher bei Turnhout. Luxemburg bleibt, wie zur Zeit von Mansfeld, seinem Herrscherhaus treu. Die Ordonnanzen des Kaisers über die Verwaltung der Niederlande werden darauf widerrufen.

1790 (Januar)

Joseph II. hebt alle seit seinem Regierungsantritt erlassenen Gesetze auf, bis auf das Toleranzedikt und das Edikt über die Leibeigenschaft.

1790 - 1792

Luxemburg erleidet in diesen 2 Jahren große Schäden. Die Armee der emigrierten Fürsten, die sich in der Nähe von Luxemburg konzentriert, lässt 141.896 Livres Schulden zurück, die nie bezahlt wurden. Die Österreicher andrerseits requirieren für 537.826 Livres. An Entschädigungen für Häuser, die aus militärischen Gründen niedergelegt werden, schuldet man 304.000 Livres. All diese Schulden werden durch die Friedensverträge Frankreich auferlegt, aber auch nicht bezahlt, weil „éteintes par prescription“. Viele kleine Eigentümer aus der Umgebung der Festungen wurden damals ruiniert; 1671 war es vielen Bewohnern aus Grund und Pfaffentaler Berg ähnlich ergangen.

1790 (20. Februar)

Josef II. im 49. Lebensjahre †. Auf seinem Sterbebett sagte er zum französischen Grafen de Ségur, anspielend auf die Brabanter Revolution: „Une folie générale semble s`être emparée de tous les peuples. Ceux du Brabant par exemple se révoltent parce que j`ai voulu leur donner ce que votre nation demande à grands cris.“ Sein Bruder folgte ihm auf den Thron.

 

Leopold II. 1790 – 1792, Bruder Josefs II. geb. 1747

1790 - 1792

Leopold II. stellt die Ruhe in den Niederlanden wieder her, dank den Waffenerfolgen des daraufhin nach Luxemburg berufenen Marschalls von Bender.

1791

Fürst Friedrich August von Anhalt – Zerbst, der Bruder der Kaiserin Katharina von Russland, gen. der „bucklige Prinz“, † in Luxemburg, wo er Festungskommandant war. Er bewohnte ein größeres Gebäude gegenüber der Hastertschen Mühle in Stadtgrund.

1791 (24. Juni)

Der Marquis von Bouillé, der die Flucht Ludwigs XVI. organisiert hatte, kommt, von mehreren Offizieren begleitet, nach der Festnahme des Königs am 21. in Varenne, über Orval nach Luxemburg. († 1800 in London).

1791 (Dezember)

Der Provinzialrat befiehlt den Gemeinden, in jeder Pfarrei einen, wenn nötig mehrere Lehrer anzustellen; diesen Lehrern fehlt jedoch die fachliche Ausbildung, da man von der Errichtung einer Normalschule in Luxemburg Abstand genommen hat.

1792

Die Königin Marie Antoinette ernennt den in St. Hubert geborenen Maler P. J. Redouté, einen Schüler des frère Abraham, zu ihrem Hofmaler († 1840 in seinem Geburtsort). Blumenmalen war seine Spezialität. Im Auftrage des Pariser Botanikers Lhéritier malte er 500 Tafeln von Pflanzen nach der Natur.

1792 (1. März)

Die 13 Meistergilden der Stadt Luxemburg schießen dem Festungskommandanten 100.000 Gulden vor (Kriegsanleihe).

1792 (1. März)

Leopold II. †. Ihm folgt sein Sohn Franz, geb. 1768. Vater von Marie Louise, der 2. Gattin Napoléons I.

 

1792 – 1795 Franz II., In Österreich regierte Franz II. bis 1835, in Luxemburg bis Juni 1795

1792 (20. April)

Kriegserklärung Frankreichs an Österreich

1792 (25. Juli)

Der Herzog von Braunschweig erlässt von Koblenz aus das bekannte Manifest gegen Frankreich.

1792 (13. August)

Die preußische Hauptarmee geht in zwei Abteilungen, bei Stadtbredimus und bei Remich, über die Mosel. Der preußische König hat zuerst sein Quartier im Pfarrhaus von Mutfort, dann kampiert er unfern des Pleitringer Hofes. Der Herzog von Braunschweig wohnt in diesem Gehöft selbst. Luxemburg wird zum Waffenplatz der Armee; die Magazine, Bäckereien und Lazarette sind in der Hauptstadt untergebracht.

1792 (15. August)

König Friedrich Wilhelm II. wird auf dem Paradeplatz von dem Offizierskorps der Festung empfangen. Danach besichtigt er die Festung und empfängt im Hause de Geisen, dem Pfarrhaus in der Pastorstraße gegenüber, die in Luxemburg weilenden emigrierten französischen Geistlichen, an deren Spitze der Metzer Bischof steht.

1792 (16. August)

Im preußischen Hauptquartier in Mutfort trifft die Nachricht ein von dem Sturm auf die Tuilerien, dem Pariser Volksaufstand, vom 10. August und der Einkerkerung des Königs.

1792 (18. August)

Der preußische König nimmt Quartier im Bettemburger Schloss. Oberst Blücher, der spätere Marschall Vorwärts, sprengt jenseits der Grenze bei Frisingen eine französische Abteilung.

1792 (23. August)

Die Hessen defilieren durch Pfaffental, um zur Armee der Alliierten zu stoßen.

1792 (26. August)

Am Grabmal der Sekundiner, an der Igeler Säule vorbei, fährt Goethe, der auf dringenden Wunsch seines Freundes, des Herzogs Karl August von Weimar, die Campagne in Frankreich mitmachte, über Wasserbillig und Mertert nach Grevenmacher, wo Postwechsel ist. Goethe übernachtete in Luxemburg und zog tags darauf ins Lager von Procourt. Unter den Emigranten befanden sich Las Cases und Chateaubriand. Marschall de Broglie wohnte in Bous; die Brüder des Königs im Schloss von Stadtbredimus. In seinem Roman „La Chanoinesse“ entwirft André Theuriet eine lebendige Schilderung des Emigrantenlagers zwischen Bous und Stadtbredimus.

1792 (im August)

Die österreichischen Vorposten nehmen bei Rochefort in Belgien General La Fayette gefangen, der nach Luxemburg abgeführt wird, wo er bis zum Monat September gefangen bleibt.

1792 (2. – 6. September)

Danton und Marat organisieren die Royalistenhinrichtungen. Hubert de Lassaulx aus Schloss Berg bei Remich fiel am 9. als Brigadier der Leibgarde des Königs von Versailles.

1792 (September)

Le comte d`Artois, der spätere König Karl X., geht über Erpeldingen, Ellingen, Mondorf, Rodemacher ins Emigrantenlager von Hettingen-Roussy. Chateaubriand steht Posten vor Diedenhofen, das der französische General Wipfen verteidigt.

1792 (20. September)

Kanonade bei Valmy ( Marne). Dumouriez und Kellermann besiegen die Preußen. Tags darauf proklamiert der Nationalkonvent (Marat, Danton, Robespierre) die Republik.

1792 (13. Oktober)

Goethe, von dem Luxemburger Liser eskortiert, kommt auf dem Rückzug ein 2. Mal durch Luxemburg. Der Luxemburger Abschnitt aus Goethes „Campagne in Frankreich“ datiert vom 14., 15., 16., 19., 20. Oktober. Neben seiner zeichnerischen Betätigung widmete sich Goethe in Luxemburg, trotz Kriegsgetümmel, seinen Studien über die Farbenlehre. N. Welter schrieb zum Goethejahr (1932) als luxemburgisches Goethespiel „Goethes Husar“. Die Handlung spielt in der Festung Luxemburg vom 14. – 16. Oktober 1792. Prof. N. Hein hat die Zeichnungen, die Goethe von der Festung Luxemburg gemacht hat, in Weimarer Privatbesitz festgestellt.

1792 (21. Oktober)

Klägliche Reste des preußischen Heeres ziehen durch Luxemburg. Augenzeugen, die den Rückzug aus Russland mitgemacht, berichten, in Russland keine solchen Schauer- und Jammergestalten gesehen zu haben wie 1792 in Luxemburg. Es regnet beständig, die Ruhr grassiert, Hunderte von Soldaten sterben dahin.

1792 (24. – 30. Oktober)

Der König von Preußen kampiert in den durchnässten Merler Wiesen. Eifersucht und Misstrauen ergreifen die Verbündeten.

Wichtige diplomatische Verhandlungen wurden in Merl gepflegt. Die 2. Teilung Polens wurde in Merl besiegelt. Auf die Anfrage der französischen Unterhändler Valence und Kellermann, ob im Falle eines Friedens Preußen mit Frankreich ein Bündnis eingehe, wird eine bündige Absage erteilt. In Merl ereilt den Herzog von Braunschweig die Nachricht von den Erfolgen Custine`s am Rhein (verwandt mit den de Custine von Wiltz).

1792 (6. November)

Sieg der Franzosen bei Jemappes. Darauf dringen französische Truppen unter Dumouriez in unser Land ein.

1793 (21. Januar)

Ludwig der XVI. wird hingerichtet.

1793 (23. Juni)

Zerstörung der Abtei von Orval durch die Franzosen. Der Malerbruder Abraham flüchtet nach Neumünster im Grund. Die ihm gewährte Gastfreundschaft vergalt er mit dem Malen zahlreicher Gemälde in rubens`scher Art.

1793 (2. August)

Letzte Hinrichtung durch den Strang auf dem Fischmarkt zu Luxemburg. Mathias Zimmer, genannt de Mates vu Medernach, wird wegen Gelddiebstahls gehängt.

1793 (6. September)

Emmanuel Limpach, Abt von Echternach, †. Zufolge der josephinischen Verordnung von 1784 wurde er auf dem Stadtkirchhof begraben. Eine neue Wahl fand wegen der Revolution nicht statt. Limpach ist daher als der letzte Abt von Echternach gestorben.

1793 (12. Oktober)

Drouet, der den König Ludwig XVI. hatte verhaften lassen, wird gefangen genommen und nach Luxemburg gebracht.

1793 (16. Oktober)

Marie – Antoinette wird in Paris enthauptet. Graf Fr. de Merxy-Argenteau, österreichischer Gesandter unter Ludwig XVI., war bis zuletzt ihr Ratgeber. Die Familie dieses Grafen schließt sich an das alte Luxemburger Rittergeschlecht Brandenburg-Meysenburg an.

1793 (24. November)

Der Pariser Nationalkonvent schafft die Gregorianische Zeitrechnung ab und führt den republikanischen Kalender ein.

1793 (31. Dezember)

In der Stadt Luxemburg sind ansässig: 27 Notare, 8 Ärzte, 7 vereidigte Chirurgen und 70 Advokaten.

1794

Fr. X. de Feller S. J. sieht sich gezwungen, sein „Journal“ eingehen zu lassen; er flieht vor den französischen Heeren nach Paderborn.

1794 (18. April)

Das österreichische Beaulieu`sche Korps lagert bei Mersch. Beaulieu mit seinem Adjutanten, Leutnant Radetzki, dem nachmaligen berühmten Feldmarschall, nimmt Quartier im Servais`schen Hause.

1794 (18. April)

Die Abtei Clairefontaine bei Arlon wird, wie Orval 10 Monate vorher, von den Franzosen zerstört.

1794 (17. Mai)

74 Männer werden in Düdelingen standrechtlich erschossen. Da es der österreichischen Militärbehörde, die in der Luxemburgischen Festung lag, nicht möglich war, die Landbevölkerung gegen die Überfälle der Franzosen zu schützen, beantragte sie bei den Landständen die Bildung von ländlichen Freiwilligenkompagnien. Die Stände gaben ihre Genehmigung. Im Gegensatz zu den regulären Truppen nannte man diese Kompagnien „Klöppelarmee“. Einzelne Klöppelmänner standen mit österreichischen Agenten in Verbindung, deren Zentralbüro sich in Löwen befand.

1794 (26. Juni)

Nach dem Sieg bei Fleurus (Hainaut) kommt das linke Rheinufer außer Luxemburg an Frankreich. General René Moreaux erhält den Befehl, Luxemburg zu umzingeln. Er schlägt sein Hauptquartier in Weiler z. T. auf. Jean-René Moreaux (nicht zu verwechseln mit dem General Napoleons, Jean-Victor Moreau) war 1758 in Rocroy (Ardennes) geboren und befehligte die Moselarmee.

1794 (12. Juli)

Feldmarschall Bender trifft in Luxemburg ein und übernimmt das Oberkommando über die Besatzungstruppen.

1794 (28. Juli)

Robespierrre wird hingerichtet.


Ende der „Schreckensherrschaft“

1794 (7. August)

Ein reitender Bote bringt nach Echternach die Kunde vom Anmarsch der Franzosen. Darauf wurden die Abteitore geschlossen, und die Mönche begannen mit dem Einpacken des Klosterschatzes. Dokumente und wertvolle Gegenstände wurden in Kisten und Fässer verstaut, auf 5 Wagen verladen und von dem damaligen Prior Binsfeld nach dem Eifler Kloster Laach transportiert. Die Mehrzahl der Mönche rettete sich nach Luxemburg ins Refugium der Abtei. Seit dieser Zeit ist der Echternacher Klosterschatz verschwunden. Die in der Abtei zurückgelassenen Kostbarkeiten wurden von 100 Luxemburger Jägern nach Luxemburg geholt; es waren im Ganzen 25 Wagen. Ein Wagen war mit Silberzeug beladen, neun mit der Klosterbibliothek, die übrigen mit Wein. Die meisten wertvollen Handschriften der früheren Abteibibliothek befinden sich heute in der Pariser Nationalbibliothek sowie in den öffentlichen Bibliotheken von Gotha, Darmstadt, Trier und Luxemburg. Die Akten und Urkunden sind über halb Europa zerstreut.

Ein großer Teil dieser Urkunden wurde später vom Weimarer Archiv angekauft und im Jahre 1932 durch Vermittlung des deutschen Gesandten der luxemburgischen Regierung feierlich übergeben.

1794 (15. August)

Bei Mondorf fallen bei einem Ausfall aus der Festung Luxemburgs 200 Franzosen; sie werden an Ort und Stelle bestattet. Der Ort heißt heute noch Franzosenfeld.

1794 (10. September)

Der Gouverneur gibt dem Domänen-Einnehmer und Kommandanten der Luxemburger Freiwilligen, Leonardy, den Befehl, im Grünewald Holz zu fällen, um daraus Kolben herzustellen.

1794 (12. Oktober)

Reguläre französische Truppen rücken in Echternach ein und pflanzen auf dem Markte einen Freiheitsbaum. In der Nacht vom 13. auf den 14. Oktober wurde die Abtei von Raubgesindel geplündert, dem sich Echternacher anschlossen, die ihrem Groll gegen die Klosterherrschaft freien Lauf ließen.

Am 7. November zerstreuten Soldaten die Gebeine des Heiligen Willibrord; tags darauf sammelte ein Priester sie und brachte sie an einen sicheren Ort. 1826 wurden sie unter dem Altar der alten Pfarrkirche beigesetzt, 1906 in die Basilika gebracht, wo sie in einem Marmorsarkophag ruhen, der den alten Steinsarg umschließt.

1794 (8. November)

Die Franzosen besetzen de Feste Rheinfels und werden dadurch zu Herren des linken Rheinufers mit Ausnahme von Luxemburg und Mainz.

1794 -95

(21. November -7. Juni)

Belagerung Luxemburgs durch die Franzosen. Die österreichische Garnison der Festung Luxemburg (11490 Mann) wurde von 450 Luxemburger Freiwilligen aus der Schützengesellschaft, genannt Sebastiansbruderschaft (Arquebusiers), unterstützt. Ihre Gesinnung spiegelt sich in zwei Soldatenliedern wieder, die wohl Luxemburgische Autoren haben. (1891 haben A. Knaff und J. L. Zelle die Geschichte dieser Blockade geschrieben.)

1795 (7. Januar)

Bei einem Ausfall ins Fayencerietal wird der Domäneneinnehmer Johann Leonardy, Kommandant der freiwilligen Luxemburger Jäger, schwer verletzt. Er weigert sich, sein verwundetes Bein amputieren zu lassen und erliegt seinen Wunden. Am 14. wird er mit militärischen Ehren bestattet. Nach seinem Tod kommen die Luxemburger Freiwilligen unter das Kommando des Freiherrn Boland von Düdelingen († 1807).

1795 (13. Januar)

Der Gouverneur der Festung von Luxemburg befiehlt die Prägung von Belagerungsmünzen aus Kirchensilber und Kanonenmetall. Die Silbermünze (Krontaler) wog eine Unze und trug die Unterschrift: ad usum Luxemburgi cc. (circum) vallati.

1795 (18. Januar)

Prinz Wilhelm V. von Oranien, Erbstatthalter der Niederlande und Graf von Nassau - Vianden, flieht nach England. Die batavische Republik reklamierte von der französischen Regierung seine Viandener Güter, die so Domanialgüter des Landes wurden.

1795 (31. Januar)

Die französische Zentralverwaltung lässt sich in St. Hubert nieder.

1795 (6. Februar)

In den Wiener Archiven des Hofkriegsrates F. A. Oberrhein befindet sich folgender Bericht des Generals Seckendorf an Oberst Gomez: „Gen. Seck. benachrichtige den Obersten G. von denen veränderten Umständen und wie wichtig es sey zu Wien vorzustellen, dass man zwischen Basel und Bonn eine operierende Armee von 150.000 Mann zu Offensiv Operationen, 110.000 Mann zum Entsatz von Luxemburg benötigt.“ (Auf diese Vorstellung hin erfolgte der Befehl des Kaisers vom 15. April.)

1795 (10. Februar)

General Moreaux † am Sumpffieber vor Luxemburg. Er wird ersetzt durch General Hatry (Ende März) der drei Divisionen der Armee Sambre et Meuse befehligt, die die Moselarmee ersetzte.

1795 (Im März)

Die Regierung der Republik beschließt, Mainz mit allen Mitteln zur Übergabe zu zwingen. Von Luxemburg werden Truppen nach Mainz abkommandiert. Nach Luxemburg kommen drei Divisionen unter General Hatry, einem Straßburger, der sein Hauptquartier in Itzig aufschlägt.

1795 (5. April)

Zu Basel schließen die Spanier und die Preußen mit den Republikanern einen Separatfrieden, durch den das linke Rheinufer an Frankreich abgetreten wird. Die Österreicher konnten die Festung Luxemburg , deren Lebensmittelvorräte seit der Campagne in Frankreich nicht mehr genügend aufgefüllt worden waren, auf die Dauer unmöglich halten, wenn nicht von außen Hilfe kam.

1795 (15. April)

In den Wiener Archiven des Hofkriegsrats (F. A. Niederrhein) befindet sich folgender Befehl des Kaisers Franz II. an Clerfait, der von der Wichtigkeit zeugt, die man Luxemburg beimaß. „Franz II. befiehlt, das Äußerste anzuwenden, um Luxemburg zu entsetzen, zu diesem Ende den Advokaten Leurs auf baldigste an den Marschall Bender zu expedieren. Avisiert, dass der Befehl bereits erteilt sey, zwey Millionen und das nöthige Belagerungsgeschütz zur Armee abzuschicken, ernennt den Feldzeugmeister (Clerfait) zum Feldmarschall und ersucht ihn, das Kommando der Armee wenigstens bis nach geendigter Expedition auf Luxemburg beizubehalten.“

1795 (9. Mai)

Beschießung der Stadt Luxemburg durch die Franzosen. Die Kathedrale zeigt noch Spuren der Beschießung; eine Kugel steckt in der Fassade des Hauses, das Staatsminister Bech bewohnt.

1795 (30. Mai)

In der Absicht, die Unterwerfung der neu eroberten Länder zu erleichtern, schwächte der Konvent die Formel des Republikeides ab. Nicht nur wurde die neuer Formel von der kirchlichen Obrigkeit der Diözese Trier als erlaubt angesehen, sondern deren Leistung den Geistlichen befohlen, um dadurch die Pfarrgüter vor der Säkularisation zu schützen. In den Ardennen wurde dagegen 1797, nach dem Frieden von Campo-Formio die ursprüngliche Formel verlangt. Das Generalvikariat von Lüttich verbot darauf, den Eid zu leisten. Daraus erklärt sich der „Klöppelkrieg“ im Ösling.

1795 (7. Juni)

Im französischen Hauptquartier zu Itzig erfolgt die Kapitulation von Luxemburg. Die Nachricht davon machte in Wien „Sensation“

1795 (10. Juni)

Die letzten österreichischen Truppen, 12369 Mann, unter dem Oberbefehl des Festungskommandanten Marschall Bender, verlassen in 3 Kolonnen unter militärischen Ehren die Festung. Auf dem Fetschenhof müssen sie den Franzosen alle Waffen, Fahnen und alles Gepäck ausliefern. Der wallonische Teil der Garnison desertiert.

In der Festung wurden vorgefunden: 819 Kanonen, 16200 Gewehre, 336800 Kugeln, 47800 Bomben, 114700 Granaten, 1042670 Pfund Pulver, 202490 Pfund Bronze, 40800 Pfund Blei, usw.

1795 (12. Juni)

Die Franzosen schreiben ans Neutor: Rendue á la République francaise, le 24 prairial, an III.

Quelle: Entnommen aus dem Buch Tatsachen aus der Geschichte des Luxemburger Landes von P.J. Müller

aus dem Jahre 1932 - Erschienen im Verlag der „Cahiers Luxembourgeois“