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Werdegang des Klosterhofes der Abtei Echternach in Bollendorf von anno 1723 bis heute. PDF Drucken E-Mail

Das Haus Eckertz in Bollendorfvon Paul Colljung, Bollendorf

Ein ehemaliges Herrenhaus des hiesigen Klosterhofes wurde unter dem Namen "Haus Eckertz" von der Gemeinde erworben und soll zukünftig durch Tourismus mit neuem Leben erfüllt wird.

Über viele Jahrhunderte war die Echternacher Abtei präsent auf Burg Bollendorf, dem Sommerschloss der Klosterherren. Angegliedert an Burg Bollendorf war die Meierei mit großen Liegenschaften. Hier mussten die Zehntablieferungen eingebracht werden, es wurden Jahrgedinge abgehalten und Weisthümer (s. Anmerkung) verkündet.

Für weitere große abteieigene Landflächen entschloss sich der Abt Mathias Hartz anno 1723, in Bollendorf einen großen Klosterhof zu errichten. Er war Abt von 1717 bis 1723.
Es war in jener "Guten alten Zeit", als Bollendorf zum großen Reich der Habsburger gehörten als sogenannte Österreichische Niederlande Luxemburger Quartier.

Von der Sauer aus gesehen entstanden links der Straße große Scheunen und Stallungen mit dem Herrenhaus als Kernbau. Rechts der Straße waren ebenfalls große Ökonomiegebäude, die zum großen Teil unterkellert waren. Somit verfügten Burg Bollendorf, der Klosterhof und die Pfarrei St. Michael über den größten Teil aller Ackerflächen und Weidegründe sowie Waldbesitz. Für Bollendorfer Bauern, soweit sie nicht "Leibeigene" waren, stand wenig Ackerfläche zur Verfügung. Alle armen Leute nutzten Acker-und Wiesengrund in den Hanglagen, legten mit dem Bau von Trockenmauern Felder und Gärten in Terrassen an.

Die Folgen der Französischen Revolution schufen in Bollendarf ab dem Jahre 1795 neue Besitzverhältnisse. Immerhin herrschte der Krummstab des Echternacher Abtes van 716 bis zur Auflösung der Abtei 1.100 Jahre über Bollendorf. Beinahe aller Besitz von Kirche und Adel wurden versteigert. So kam der hiesige Klosterhof in den Besitz einer Familie Steichen. Knechte und Mägde waren zu jener Zeit billige Arbeitskräfte. Nach einigen Jahrzehnten hießen die neuen Besitzer des großen Anwesens Familie Brimmeyr, Verwandte einer Echternacher Försterfamilie und der bekannten Geschichtsschreiber Dr. Rudolph Brimmeyr und Johann Peter Brimmeyr.
Alles an Getreidegarben wurde im Sommer eingefahren und erst im Winter mit dem Flegel gedroschen. Noch um 1880 kamen Männer aus dem östlichen Galizien im Winter her als Lohndrescher.
Die Familie Brimmeyr trennte sich vom gesamten Hofkomplex und behielt vorerst alle Landflachen.
Aus Trier zog Niklaus Anton Fabry um 1885 nach Bollendorf. Er heiratete 1886 die Bollendorferin Maria Leibig. Der neue Bollendorfer Burger erwarb den gesamten Hofkomplex. Anfänglich betrieb er eine Metzgerei und war unermüdlich angetrieben von neuem Tatendrang. Er erweiterte nun von Jahr zu Jahr das Warenangebot und die Verkaufsflächen.
Sein Wahlspruch "Tausend und ein Artikel" wurde bald Realität. Hier konnte der Kunde beinahe alles an Waren käuflich erwerben: Vom Bleistift bis zum Tintenfass, von Kurzwaren bis zum Handwerkerbedarf, Samen und Kolonialwaren, Heringe in der Tonne und Büchsen, Tonrohre und Porzellan, Exklusivverkauf von Stollwerkcher Schokoladenproduktion. Mit dem Fortschritt der Technik war hier der Alleinverkauf von "Titania"-Zentrifugen. Es herrschte Betriebsamkeit ohnegleichen. Eine neue Maschine fertigte Konservendosen in zwei Größen. Bald gab es eine Autovermietung für Lastwagen und Personen. Es wurden verkauft Fahrräder, Motorräder. Repariert wurden Lastwagen. Niklaus Anton Fabry war zudem der erste Motorradfahrer des Dorfes. Der dem Pfarrgarten zugewandte große Hausgiebel war bald geprägt von einer riesigen Werbeschrift: „Eifeler Automobil-und Fahrrad-Industrie-Tausend und ein Artikel-Niklaus Anton Fabry“.
Der nimmermüde Vater der kinderreichen Familia verstarb im Jahre 1939.

Westwallbau, der anbrechende Krieg sowie die Erbteilung des Anwesens änderten die Verhältnisse total. Die Bausubstanz des ehemaligen Klosterhofes wurde aufgeteilt Die Gebäude mit dem Laden rechts der Straße neben dem Pfarranwesen wurden übernommen von den Geschwistern Helene Hendrichs-Fabry, Elisabeth Ruffing-Fabry und Anni Weber -Fabry. Das ehemalige Herrenhaus kam in den Besitz von Philip Fabry-Niederweis, der 1921 den SV Bollendorf gründete.
Die anderen Gebäude in Nähe des Herrnhauses gingen über in den Besitz der Familie Wilhelm Fabry-Sonntag. Später betrieben die vier Sohne von Wilhelm Fabry eine Baufirma als Gebrüder Fabry mit Schwerpunkt Tiefbau. Dies waren Hans, Robert, Willi und Bernhard Fabry.

Im ehemaligen Herrenhaus Philipp Fabry floss durch Heirat vor über fünfzig Jahren der Name Eckertz ein. Die Gebäude rechts der Straße kamen später in den Besitz der Familie Günter Schenten und Ehefrau Ruth, geb. Ruffing. Hier erbauten sie ein Mietobjekt, in dem heute ein Edeka-Markt geführt wird. Bereits der vierten Fabry-Generation angehörend sind die Söhne von Bernhard Fabry im Hof aktiv. Die Familia Andreas Fabry-Hamper ist im Besitz eines Appartementhauses und des Restaurants "Im Hof“. Thomas Fabry-Engelbutzeder hat eine Praxis für Physio-Therapie.

Des Herrenhaus, das von der Gemeinde erworben wurde, soll unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten modernisiert werden. Nach Plänen der Gemeinde soll dort der Hauptsitz Tourist-Info der Verbandsgemeinde entstehen. Aus Traditionsgründen könnte dieses zukünftige "Haus des Gastes" ebenso "Im Klosterhof" heißen. Noch bedarf es finanzieller Zuschüsse von höherer Stelle bis zur Realisierung des Planvorhabens.
Bis vor geraumer Zeit zierte eine wertvolle Takenplatte mit Abtwappen die Front des klösterlichen Herrenhauses. Ein Vorstandsmitglied der Schloss-Weilerbach-Gesellschaft hat diese entfernt und im Innenbereich auf Schloss Weilerbach angebracht.

Erläuterungen der Redaktion:

JAHRGEDING
Jährliche Zusammenkunft des Grundherrn oder seines Vertreters mit den Untertanen.
Auf dem Jahrgeding wurden die Rechte und vor allem die Pflichten der Untertanen in sogen. „Weistümern“ festgelegt bzw. neu erörtert sowie anstehende Rechtsfälle behandelt.

 
Kommentare (2)
Berichtigung
2 Sonntag, den 20. September 2009 um 09:39 Uhr
Danke für den Hinweis Herr Fabry, habe soeben die Berichtigung vorgenommen.
Werdegang des Klosterhofes der Abtei Echternach in Bollendorf von anno 1723 bis heute.
1 Sonntag, den 20. September 2009 um 09:09 Uhr
Familie Thomas Fabry-Putzeder heißt Fabry-Engelbutzeder

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